Im Waldkindergarten wird getobt und gespielt – das kostet Kraft. Da ist es wichtig, die Energiespeicher beim Mittagessen wieder mit vollwertiger Nahrung zu füllen. Um 13:00 Uhr haben alle Kinder, die am Mittagessen im Bauwagen teilnehmen, die Hände gewaschen und warten gespannt darauf, was heute auf den Tisch kommt.

Essen ohne Zwang

Nicht nur satt werden und gesunde Ernährung, viel mehr eine angenehme Stimmung sowie Freude am Essen stehen bei uns im Fokus. Überreden, Bestechungen und Esszwänge erzeugen Druck, der Bauchschmerzen macht und zu lebenslangen Abneigungen gegen gesunde Nahrungsmittel führen kann.

Wir wissen aus wissenschaftlichen Untersuchungen, dass Kinder aus einem vielfältigen Angebot intuitiv die Nahrungsmittel auswählen, die sie für eine gesunde Entwicklung benötigen. Daher dürfen die Kinder entscheiden, was und wie viel sie aus dem gesunden Angebot essen.

Die Ausrüstung

Für das Mittagessen hat jedes Kind zwei Teller – einen tiefen und einen flachen – sowie Besteck. Dies wird im Bauwagen für jedes Kind in einer separaten Schublade gelagert. Benutztes Geschirr und Besteck wird von den Eltern zu Hause gereinigt und am nächsten Tag wieder mitgebracht.

Das Essen

Unser Menüplan ist auf den kindlichen Geschmack abgestimmt und wird vom Caterer geliefert. Für Kinder, die das Essen ausnahmsweise nicht mögen, bieten wir  als Alternative Knäckebrot mit Körnern. Zum Nachtisch gibt es meist Obst vom Caterer, im Herbst auch selbstgeerntete Äpfel.

Beispiel Wochenmenü:

Der Ablauf

Beim Mittagessen im Bauwagen haben wir eine feste Sitzordnung. Da jedes Kind jeden Tag an seinem gewohnten Platz sitzt, muss keines seinen Teller oder Stuhl suchen. Zudem mögen es insbesondere die jüngeren Kinder, verlässlich die gleichen Sitznachbarn zu haben. Sobald alle Kinder sitzen, verteilen Tim, Bettina oder Jutta das Essen. Nach einem Essensspruch essen Betreuer und Kinder gemeinsam.

Rücksicht lernen und Spaß haben

Beim Essen geht es häufig lustig zu und das ist gut so. Die Tischlautstärke sollte jedoch niemanden einschränken. Daher schauen wir darauf, dass auch ruhigere Kinder in Ruhe essen können. Wilde, extrem alberne Kinder müssen Rücksicht nehmen, wenn sie mitessen möchten.

Die goldene “Drei-Kinder-Regel”

Sobald drei Kinder fertig gegessen haben, dürfen sie ihre Teller in ihr Fach legen, sich anziehen und draußen spielen gehen. Diese „Drei-Kinder-Regel“ gilt auch beim Frühstück. Sie sorgt dafür, dass lebhaftere Kinder einen Moment lang sitzen und sich zum Essen Zeit nehmen. Auch Kinder ohne Appetit kommen zur Ruhe und nehmen an der Gemeinschaft teil. Zudem müssen die Kinder nach dem Essen aufmerksam auf die anderen schauen, um zu sehen, wie weit diese mit dem Essen sind.

Wenn die schnellen Kinder sich angezogen haben und unter Aufsicht eines Erwachsenen draußen spielen, kehrt für die Kinder, die gerne lange und gemütlich speisen, wieder Ruhe ein.

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